Dampfbremse

In bewohnten Räumen entsteht durch die üblichen Wohnvorgänge (Kochen, Baden, Duschen,...) und durch die Feuchtigkeitsabgabe eines jeden Menschen mit der Atmung, wie auch über die Haut, Wasserdampf, der die üblichen Baustoffe wie Putz, Gips und Holz an sich zu durchdringen vermag und bei Abkühlung in die flüssige Phase (Tauwasser) zurückfällt. Hierdurch kann es zu Feuchteschäden, Schimmelbildung, Verschlechterung der Dämmwirkung, in Extremfällen sogar zu Tropfwasserbildung kommen.

Dampfbremsen regulieren das Eindringen von Luftfeuchtigkeit in Bauteile und mindern so deren Durchfeuchtung. Die Luftfeuchtigkeit ist stark temperaturabhängig. So können bei 20°C bis zu 17 g Wasserdampf in der Luft enthalten sein, bei -10°C aber nur bis zu 2 g. In unseren Breiten ist der Feuchteunterschied im Winter (Tauperiode) am größten und deshalb wird die Dampfbremse grundsätzlich an der Warmseite angebracht. Nach DIN 4108 ist geregelt, wie groß der Dampfdiffusionswiderstand der Dampfbremse sein muss. Wird auf der Außenseite mit diffusionsoffenen Materialien gearbeitet, genügen Dampfbremsen mit geringen sd-Werten. In der Verdunstungsperiode kann so die Austrocknung auch nach innen erfolgen. Die Dampfbremse sollte immer auch die innere Luftdichtungsebene sein (siehe Luftdichtigkeit).

Dampfdiffusionswiderstandszahl µ

Die Dampfdiffusionswiderstandszahl µ bezeichnet den spezifischen Widerstand, den ein Material dem Wasserdampf (Luftfeuchte) vergleichend zu einem Meter Luftschichtdicke entgegensetzt. Sie ist eine dimensionslose Größe. Je kleiner dieser Wert ist, desto leichter kann der Dampf das Material durchdringen. Wird die Dampfdiffusionswiderstandszahl mit der Bauteildicke in Metern multipliziert, erhält man die äquivalente Luftschichtdicke (sd-Wert).

Dampfsperre

In DIN 4108 Teil 3 wird eine Schicht mit einem sd-Wert von mehr als 100 m als Dampfsperrschicht bezeichnet. Da es keine absolut dampfdichten Schichten gibt, wird heute nur noch von Dampfbremsen gesprochen. Materialien mit hohen sd-Werten behindern die Austrocknung nach innen, deshalb sollten "Dampfsperren" vermieden werden.

Dezibel

Dezibel ist die Maßeinheit für den Schalldruckpegel, der vom menschlichen Ohr wahrgenommen wird. Als Abkürzung für diese Einheit gilt dB(A), wobei A für die international verwendete Bewertungskurve A steht.

Wie viel Schall von Außenwänden oder anderen Gebäudeteilen geschluckt werden kann, drückt das Schalldämm-Maß aus, das ebenfalls in Dezibel angegeben wird.

Diffusion

Gasmoleküle (Dampf ist gasförmiges Wasser) sind wegen ihres hohen Energiegehaltes ständig in Bewegung und füllen den ihnen zur Verfügung stehenden Raum gleichmäßig aus. Dieser Gleichgewichtszustand erzeugt bei einer bestimmten Temperatur einen bestimmten Gas- oder Dampfdruck. Tritt ein Dampfdruckgefälle auf, z.B. wenn innen und außen verschiedene relative Luftfeuchtigkeiten vorherrschen, erfolgt eine Ausgleichsströmung, die Diffusion genannt wird. Der Antrieb für diese Strömung ist weder der Temperaturunterschied (Konvektion), noch der Luft- oder Winddruck (Zwangslüftung oder Undichtigkeit), sondern allein die Eigenbewegung der Dampfmoleküle. Die Diffusion ist deshalb ein sehr langsamer Vorgang (Stunden bis Tage). Die Dampfdiffusionswiderstandszahl µ gibt an, wie stark ein Bauteil den Dampf zurück hält; es können aber praktisch alle Schichten durchdrungen werden.

Diffusionsoffen

Diffusionsoffen wird eine Konstruktion genannt, bei der ein möglichst geringer Widerstand gegen Dampf realisiert wurde. In diffusionsoffenen Konstruktionen bleibt weniger Tauwasser zurück als bei geschlossenen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Konstruktion nach außen als auch nach innen austrocknen kann. Kleine Ausführungsfehler führen daher nicht zwingend zu Tauwasserschäden, die Konstruktion ist fehlertoleranter gegenüber geschlossenen Konstruktionen. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit im Innenraum führt die Austrocknung der Konstruktion zu einer leichten Befeuchtung der Luft; eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann leichter nach außen abgeführt werden. Diese Prozesse laufen jedoch sehr langsam ab und werden daher häufig überbewertet (siehe Diffusion). Starker Wasserdampfanfall, z. B. beim Kochen oder beim Duschen, kann nur durch Lüften beseitigt werden (siehe auch Baufeuchte). Ein Teil des Dampfes wird oberflächennah gespeichert (Sorption) und sollte später wieder an die erwärmte Luft abgegeben werden können. Nur etwa 2% des Dampfes diffundiert durch die Wand. Deshalb muss der Rest abgelüftet werden (siehe Konvektion und Tauwasserschäden).

Faustregel: Solange ein Spiegel, der sich im selben Raum wie die Dampfquelle befindet, auch nur leicht beschlagen ist, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch und es muss gelüftet werden.

DIN

Die Abkürzung bedeutete früher Deutsche Industrie Norm und steht heute für: Deutsches Institut für Normung e.V.. Die DIN Normen werden durch die Normenausschüsse des Deutschen Instituts für Normung festgelegt und in Normenblättern veröffentlicht. Nur Produkte, die in den Normen festgelegte Rahmenbedingungen erfüllen, dürfen die Prüfbezeichnung DIN tragen. DIN Normen haben nationale Geltung. Europaweite Geltung haben EN Normen. EN Normen sind den DIN Normen übergeordnet. Jede Normung im Bauwesen muss vor der letztendlichen Gültigkeit in der Bauregelliste aufgeführt sein. Im anderen Fall muss ein Produkt seine Verwendbarkeit durch eine bauaufsichtliche Zulassung nachweisen.
(siehe Normung)

Dämmschichtdicken

Nach der EnEV können für Neubauten (erstmaliger Einbau) folgende U-Werte und damit verbundene Dämmstoffdicken als Richtmaß angesehen werden (berechnet ohne Holzanteil, ohne innere und äußere Dachbauteile). Wärmebrücken sind hierbei zu berücksichtigen. Grundlage Dämmstoff mit Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,040 [W/(m*K)]:

1. Außenwände (Innendämmung, Gefacherneuerung): U-Wert: 0,45 [W/(m*K)]; Schichtdicke: ca. 85 mm
2. Außenwände (Bekleidung, Zusatzdämmung, Putzerneuerung): U-Wert: 0,35 [W/(m*K)]; Schichtdicke: ca. 110 mm
3. Fenster: 1,7 [W/(m*K)]
4. Decken, Dächer, Dachschrägen (Steildach): U-Wert: 0,30 [W/(m*K)]; Schichtdicke: ca. 130 mm
5. Flachdach: U-Wert: 0,25 [W/(m*K)]; Schichtdicke: ca. 155 mm
6. Decken und Wände gegen unbeheizte Räume bzw. Erdreich (Dämmung auf der Kaltseite): U-Wert: 0,40 [W/(m*K)]; Schichtdicke: ca. 95 mm
7. Decken und Wände gegen unbeheizte Räume bzw. Erdreich (Dämmung auf der Warmseite): U-Wert: 0,50 [W/(m*K)]; Schichtdicke: ca. 75 mm

Die Dämmstoffdicke hängt vom geforderten U-Wert, dem Verhältnis von Feld und Balken (Holzanteil), von der Konstruktion und der Gebäudetechnik ab. Der effektive U-Wert einer Konstruktion muss in jedem Fall rechnerisch nachgewiesen werden. (siehe Energiebedarfsausweis)

Dämmstoffe

Der Begriff »Dämmstoffe« ist eine zusammenfassende Bezeichnung für alle Materialien mit wärme- und / oder schalldämmenden Eigenschaften. Sie besitzen einen großen Anteil an eingeschlossener, ruhender Luft. Ihre große winterliche Wärmedämmwirkung beruht darauf, dass die in ihnen enthaltene Luft Wärme schlecht leitet. Die Dämmwirkung im sommerlichen Wärmeschutz hängt im Wesentlichen von der spezifischen Wärmekapazität und der Rohdichte des verwendeten Dämmstoffes ab. Bei allen Dämmstoffen muss das Brandverhalten angegeben werden. Die Wärmedämmeigenschaft wird durch den Nennwert der Wärmeleitfähigkeit λD (Lambda Declare) ausgedrückt. .

Dämmstoffkörnungen

Werden auch als lose Schüttungen bezeichnet; sie werden vorzugsweise aus gekörntem Vulkangestein durch einen Blähprozess bei ca. 1000 Grad Celsius gewonnen. Sie eignen sich als trittbelastbare Ausgleichsschüttungen bei unebenen Böden und werden z.B. durch 8 mm STEICO standard abgedeckt.

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