Gegen Lärm
Die Wärme bleibt drin. Aber der Lärm bleibt draußen.
Dickere Wände = besserer Schallschutz. Nach diesem Motto wird oft munter drauf los saniert und alle möglichen Dämmstoffe auf die Fassade geklebt. Nur leider stimmt das nicht. Fakt ist, dass viele konventionelle Wärmedämm-Verbundsysteme den Schallschutz sogar verschlechtern können. Gut beraten sind hingegen diejenigen, die auf STEICO Dämmstoffe setzen.
Die Einflussgrößen auf den Schallschutz
Im Mauerwerksbau hängt das Schalldämmverhalten stark von der flächenbezogenen Masse der Wand ab. Je schwerer das einschichtige Bauteil, desto höher die Schalldämmung. Durch die Montage eines Wärmedämm-Verbundsystems auf der Massivwand ändert sich aus aktustischer Sicht das System. Von einem einschichtigen Bauteil kommt man zu einem mehrschichtigen Aufbau.
Das akustische Modell ist nun ein sog. Masse-Feder-Masse Modell. Sowohl die Bestandswand als auch das WDVS reagieren beide auf die Anregefrequenz des Luftschalls. Stimmen nun die Anregungsfrequenzen einer Schallquelle, z.B. Straßenlärm, mit der Eigenfrequenz des WDVS überein, können Resonanzen entstehen, also ein Mitschwingen des Systems. Je mehr sich nun die Systemeigenfrequenz von der Anregefrequenz unterscheidet, desto weniger Schallenergie wird an die Massivwand übertragen. Und diesen Effekt macht sich das Wärmedämm-Verbundsystem mit STEICOprotect auf positive Weise zu nutze.
Polystyrol kann zu schlechterem Schallschutz führen
In Deutschland werden schätzungsweise 80% aller Wärmedämm-Verbundsysteme mit Dämmplatten auf Basis von expandierten organischen Schäumen - wie Polystyrol - ausgeführt. Bei diesen Systemen sind Resonanzfrequenzen im bauphysikalisch interessanten Betrachtungsbereich zwischen 100 und 3150 Hz bekannt. Die dabei entstehende hohe Schwingungsamplitude erhöht die Schallabstrahlung der Wandkonstruktion und kann bei konventionellen WDVS zu einer Verschlechterung der Schalldämmung führen.
Die Grafik zeigt den prinzipiellen Frequenzverlauf der Schalldämmung einer Massiwand (grau) ohne und mit konventionellem Wärmedämm-Verbundsystem.
Bereich 1:
Bei den tiefen Frequenzen haben konventionelle WDVS keinen Einfluss auf den Schallschutz.
Bereich 2:
In diesen Bereich der Resonanzfrequenz schwingen bei konventionellen
WDVS die beiden Massen von Außenputz und Trägerwand gegenseitig. Der
Schallschutz wird durch die Anbringung eines konventionellen WDVS verschlechtert. Das ist gerade der Frequenzbereich von Straßen- und Fluglärm, der als besonders störend empfunden wird.
Bereich 3:
Im Bereich der höheren Frequenzen tritt eine Entkoppelung der beiden Massen auf. In diesem Bereich wird der Schallschutz verbessert. Das ist der Bereich, in den z.B. die menschliche Stimme fällt.
Holzfaser-Dämmstoffe können den Schallschutz verbessern
Im Rahmen einer Praxismessung wurden die Schallschutzeigenschaften einer Wand mit STEICOprotect Wärmedämm-Verbundsystem untersucht. Die Messkurve zeigt, dass sich im betrachteten Frequenzbereich die Anregefrequenz der Schallquelle von der System-Eigenfrequenz unterscheidet und es nicht zu Resonanzen kommt. Vergleicht man die ungedämmte Wand und die mit STEICO gedämmte Wand, fällt auf dass ab einer Frequenz von 200 Hz eine signifikante Verbesserung der Schalldämmung gegeben ist. Das trifft insbesondere auf hochfrequenten Verkehrslärm oder lautstarkes Kinderspielen zu.
Die Messkurve der Wand mit STEICO Wärmedämm-Verbundsystem weist hingegen einen Verlauf ohne ausgeprägte Verschlechterung des Schallschutzes auf.
Fachartikel "WDVS und Auswirkungen auf den Schallschutz"






