Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Modernisieren

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Am 1. Januar 2023 hat sich bei der "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) wieder einiges geändert. Ein kurzer Überblick.

Nachdem bereits seit Anfang 2020 "Einzelmaßnahmen" zur energetischen Modernisierung über den sogenannten "Steuerbonus" einfach und unbürokratisch beim Finanzamt von der Steuer absetzbar waren, startete Anfang 2021 die "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG), die den Wildwuchs der bisherigen Förderprogramme zusammenfasste, neu strukturierte, vereinfachte und vereinheitlichte: sowohl für energieeffiziente Neubauten als auch für energetische Modernisierungen. Die BEG fördert jede Wohnung – egal, ob selbstbewohnt oder vermietet. Bei der energetischen Modernisierung muss das Gebäude für die BEG mindestens 5 Jahre alt sein, für den "Steuerbonus" mindestens 10 Jahre alt und selbstbewohnt. Eine Doppelförderung ist nicht möglich: entweder BEG oder "Steuerbonus".

Im Lauf des Jahres 2022 gab es dann mehrere unangekündigte Antragsstopps und Änderungen, die bei den Energieberatern für großen Unmut sorgten. Der Schwerpunkt wurde zur energetischen Modernisierung verschoben. Für Neubauten gibt es inzwischen nur noch das Förderprogramm "Effizienzhaus 40 NH" in der Kreditvariante. Das "NH" steht für "Nachhaltigkeit" und bedeutet, dass das Bauprojekt entsprechend zertifiziert werden muss. Einige Förderprogramme wurden ganz eingestellt, bei vielen anderen die Tilgungs- und Investitionszuschüsse teilweise deutlich gesenkt. Gesenkt wurde aber zunächst aber auch der Zins für Förderkredite: auf 0,0 % – was laut KfW einer Erhöhung des Tilgungszuschusses um rund 15%-Punkte entspricht. Im Dezember 2022 wurde der Zins aber wieder erhöht.

Geplant war ursprünglich auch, ab 2023 eine klare Aufgabenteilung zu haben: Das BAFA sollte für Investitionszuschüsse zuständig sein, die KfW für zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen. Beide Fördervarianten sollte es eigentlich für alle Teilprogramme geben, doch das wurde bald wieder verworfen. So gibt es nun für Neubauten und für energetische Modernisierungen zu "Effizienzhaus-Klassen" nur zinslose Kredite mit Tilgungszuschüssen bei der KfW – und beim BAFA Investitionszuschüsse für "Einzelmaßnahmen".

Einzelmaßnahmen

Eine "Einzelmaßnahme" zur energetischen Modernisierung ist z. B. das Dämmen der Fassade oder des Dachs. Um Anspruch auf eine Förderung zu haben, muss das Bauteil einen bestimmten U-Wert erreichen, der deutlich besser ist als der, den das Gebäudeenergiegesetz (GEG) als Mindeststandard vorschreibt. Der "individuelle Sanierungsfahrplan" (iSFP) beschreibt, welche Einzelmaßnahme wieviel Energieeinsparung bringt und welche Reihenfolge bei einer stufenweisen Umsetzung sinnvoll ist.

Große Veränderungen gab es am 1. Januar 2023 nicht – zumindest nicht, was die Gebäudehülle betrifft. Gefördert werden jetzt allerdings auch Eigenleistungen. Genauer gesagt: die Materialkosten. Ein Energieberater oder Fachbetrieb muss jedoch prüfen und bestätigen, dass die Maßnahme korrekt durchgeführt wurde und die Materialkosten korrekt angegeben sind.

Systemische Maßnahmen

Der Begriff "systemische Maßnahmen" bezeichnet ein schlüssiges Gesamtkonzept aus aufeinander abgestimmten Maßnahmen, die in einem Zuge durchgeführt werden. Um Anspruch auf eine Förderung zu haben, muss der Primärenergiebedarf deutlich niedriger sein als der, den das Gebäudeenergiegesetz (GEG) als Mindeststandard vorschreibt. Die förderbaren Energiebedarf-Niveaus sind in "Effizienzhaus-Klassen" eingeteilt: Je niedriger, desto besser, desto höher ist die Förderung.

Eine wichtige Änderung am 1. Januar 2023: Der bereits im Herbst 2022 eingeführte Bonus für "Worst Performing Buildings" (WPB) wurde von 5 auf 10 % verdoppelt. Ein Wohngebäude gilt als WPB, wenn sein Endenergiebedarf 250 kWh/(m2a) oder mehr beträgt. Oder wenn es Baujahr 1957 oder früher ist und die Gebäudehülle größtenteils unsaniert ist.

Eine weitere wichtige Änderung: Neu eingeführt wurde ein Bonus für "serielle Sanierung" (SerSan) in Höhe von 15 %. Damit ist die energetische Modernisierung mit vorgefertigten Elementen gemeint. In der Regel werden diese Holzrahmenbauweise gefertigt sein – idealerweise mit dem STEICO Bausystem.

Steuerbonus

"Einzelmaßnahmen" zur energetischen Modernisierung eines selbstbewohnten Gebäudes können Bauherren bei ihrer Steuererklärung absetzen. Die zu zahlende Steuer – nicht wie sonst üblich das zu versteuernden Einkommen! – reduziert sich um 20 % der förderfähigen Baukosten: um bis zu 40.000 €, verteilt auf 3 Jahre. Einen Energieberater zu engagieren, ist nicht notwendig. Es genügt eine schriftliche Bestätigung des ausführenden Handwerksbetriebs, dass das gesetzlich Geforderte erfüllt ist.

Weitere Infos: www.bundesfinanzministerium.de

Investitionszuschuss

Anfangs gab es den Investitionszuschuss für alle Varianten, seit 2022 gibt es ihn nur noch für Einzelmaßnahmen. Seine Höhe beträgt 15 % der förderfähigen Baukosten. Da die maximal förderfähigen Baukosten bei 60.000 € liegen, kann er also bis zu 9.000 € pro Wohnung betragen. Wurde vorher ein "individueller Sanierungsfahrplan" (iSFP) erstellt, erhöht sich der Investitionszuschuss um 5 % auf 20 % bzw. 12.000 € pro Wohnung. Für die Fachplanung und Baubegleitung ist ein Energieberater zu engagieren, für die Erstellung eines iSFP ebenso.

Weitere Infos: www.bafa.de/beg

Kredit mit Tilgungszuschuss

Mit einem zinslosen Kredit inklusive Tilgungszuschuss unterstützt die KfW sowohl Neubauten als auch energetische Modernisierungen beim Erreichen einer "Effizienzhaus-Klasse". Bei Neubauten gibt es aber seit 2022 nur noch die Klasse "Effizienzhaus 40 NH" und der Tilgungszuschuss hierfür beträgt 5 % der förderfähigen Baukosten bzw. des möglichen Kredits. Im März 2023 soll ein gänzlich neues Förderprogramm das bisherige ersetzen.

Bei energetischen Modernisierungen beträgt der Tilgungszuschuss zwischen 5 und 20 %, kann aber durch diverse Boni noch deutlich ansteigen – bis auf 45 %. Die maximal förderfähigen Baukosten liegen ohne Bonus bei 120.000 €, mit Bonus bei 150.000 €. Für die Fachplanung und Baubegleitung ist ein in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragener Energieberater zu engagieren.

Zum 1. Januar 2023 gab es bei den Boni einige Veränderungen: Um den EE-Bonus von 5 %-Punkten zu erhalten, müssen die erneuerbaren Energien nun einen Anteil von 65 % des Energiebedarfs decken. Der bereits 2022 eingeführte WPB-Bonus wurde von 5 auf 10 % verdoppelt. Und neu hinzu kam der SerSan-Bonus in Höhe von 15 %.

Weitere Infos: www.kfw.de/beg

Fachplanung & Baubegleitung

Bei den BEG-Förderprogrammen des BAFA und der KfW ist vorgeschrieben, einen in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragenen Energieberater zu engagieren. Dessen Honorar wird zu 50 % übernommen: bis zu 2.500 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bis zu 10.000 € bei Mehrfamilienhäusern. Die Beantragung dieser Zusatzleistung ist in den Investitionszuschuss-Anträgen des BAFA und den Kredit-Anträgen der KfW bereits integriert. Der Investitionszuschuss bzw. Kredit und Tilgungszuschuss erhöhen sich entsprechend.

Weitere Infos: www.energie-effizienz-experten.de

Individueller Sanierungsfahrplan

Der "individuelle Sanierungsfahrplan" (iSFP) ist eine auf einer gründlichen Gebäudeanalyse beruhende Anleitung zur schrittweisen energetischen Modernisierung. Seine Inhalte sind standardisiert und bauherrngerecht dargestellt. Zur Ausarbeitung muss ein in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragener Energieberater engagiert werden. Das BAFA unterstützt dies, indem es 80 % des Honorars übernimmt: bis zu 1.300 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern, bis zu 1.700 € bei Mehrfamilienhäusern.

Weitere Infos: www.febs.de/beraten-finanzieren/isfp | www.isfp-bonus.info

STEICO Holzfaser-Dämmstoffe

Mit STEICO Holzfaser-Dämmstoffen lassen sich alle geforderten U-Werte und Effizienzhaus-Klassen problemlos erreichen. Und aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften bieten sie gegenüber anderen Dämmstoffen große Vorteile: Sie puffern Schwankungen der Raumtemperatur und Raumluftfeuchte, unterstützen also ein angenehmes Raumklima. Im Sommer reduzieren sie die Gefahr vor Überhitzung. Das Gebäudeinnere schützen sie vor Lärm und die Bausubstanz vor Regen. Sie sorgen für einen guten Brandschutz, sind baubiologisch unbedenklich und unterstützen die Wohngesundheit. Und sie binden große Mengen CO2, sind also eine zusätzliche und sehr wirksame Maßnahme zum Klimaschutz.

BEG EM:  Einzelmaßnahmen für energetische Modernisierung – Investitionszuschuss

 

Bauteil

max. förderfähige Baukosten

60.000 €

Investitionszuschuss

15 %

max. Investitionszuschuss

9.000 €

iSFP-Bonus

+5 %

max. Investitionszuschuss

12.000 €


Am 15.08.2022 wurde die Höhe des Investitionszuschusses von 20 % auf 15 % gesenkt, die mit "individuellem Sanierungsfahrplan"-Bonus (iSFP-Bonus) von 25% auf 20%. Zum 01.01.2023 gab es hier keine großen Veränderungen – außer dass nun bei Eigenleistungen die Materialkosten gefördert werden. 

BEG WG:  Systemische Maßnahmen für Neubau – Kredit mit Tilgungszuschuss

 

Effizienzhaus 40 NH

max. förderfähige Baukosten
= max. Kredithöhe

120.000 €

Tilgungszuschuss

5 %

max. Tilgungszuschuss

6.000 €


Die Förderprogramme für Neubauten wurden am 24.01.2022 gestoppt, am 20.04.2022 in reduziertem Umfang wieder aufgenommen, noch am gleichen Tag wieder eingestellt und kurz danach in noch wesentlich stärker reduziertem Umfang wieder aufgenommen. Seither gibt es nur noch die Förderklasse "Effizienzhaus 40 NH" als Kredit mit Tilgungszuschuss. Am 28.07.2022 wurde die Höhe des Tilgungszuschusses von 12,5 % auf 5 % und die Höhe der maximal förderfähigen Baukosten (= maximale Höhe des Kredits) von 150.000 auf 120.000 € gesenkt. Zum Ausgleich wurde das Zinsniveau zunächst auf 0,0% gesenkt, Ende 2022 dann aber wieder erhöht. Es ist angekündigt, dass dieses Förderprogramm am 01.03.2023 durch ein gänzlich neues Förderprogramm für Neubauten ersetzt wird: durch das Förderprogramm "Klimafreundlicher Neubau" (KFN). 

BEG WG:  Systemische Maßnahmen für energetische Modernisierung – Kredit mit Tilgungszuschuss

 

Effizienzhaus 40

Effizienzhaus 55

Effizienzhaus 70

Effizienzhaus 85

max. förderfähige Baukosten
= max. Kredithöhe

120.000 €

120.000 €

120.000 €

120.000 €

Tilgungszuschuss

20 %

15 %

10 %

5 %

max. Tilgungszuschuss

24.000 €

18.000 €

12.000 €

6.000 €

EE- oder NH-Bonus

+5 %

+5 %

+5 %

+5 %

WBP-Bonus

+10 %

+10 %

+10 % bei EE

SerSan-Bonus

+15 %

+15 %

max. Tilgungszuschuss

45 %

40 %

25 %

10 %

max. förderfähige Baukosten
= max. Kredithöhe

150.000 €

150.000 €

150.000 €

150.000 €

max. Tilgungszuschuss

67.500 €

60.000 €

37.500 €

15.000 €


Die Förderprogramme für energetische Modernisierungen wurden am 24.01.2022 gestoppt, am 22.02.2022 in unveränderter Form wieder aufgenommen und am 28.07.2022 überraschend reformiert: Die Klasse "Effizienzhaus 100" wurde gestrichen, die Tilungszuschüsse um jeweils 25%-Punkte gesenkt, der "individuelle Sanierungsfahrplan"-Bonus (iSFP-Bonus) gestrichen und die max. förderfähigen Baukosten (= maximale Höhe des Kredits) auf 120.000 € fixiert. Zum Ausgleich wurde das Zinsniveau zunächst auf 0,0% gesenkt, Ende 2022 dann aber wieder erhöht. Als Ergänzung zum "Erneuerbare Energien"-Bonus (EE-Bonus) und dem "Nachhaltigkeits"-Bonus (NH-Bonus) wurde am 22.09.2022 der "Worst Performing Building"-Bonus (WPB-Bonus) eingeführt und am 01.01.2023 von 5%- auf 10%-Punkte erhöht. Neu hinzu kam am 01.01.2023 der „Serielle Sanierung“-Bonus (SerSan-Bonus). Er hat eine Höhe von 15%-Punkten. WBP- und SerSan-Bonus lassen sich nicht komplett kumulieren, sondern werden zusammen mit 20%-Punkten honoriert. EE- und NH-Bonus lassen sich gar nicht kumulieren.

„Steuerbonus“:  Einzelmaßnahmen für energetische Modernisierung

 

Bauteil

max. förderfähige Baukosten

200.000 €

Anteil an Baukosten
= Steuerersparnis

20 %

max. Steuerersparnis

40.000 €



Hinweis: Die erste Fassung dieses Artikels wurde am 05.07.2021 veröffentlicht. Seither wurde er immer wieder aktualisiert, zuletzt am 02.01.2023. 

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